Vergleich Ausbildungsabschluss: Zertifikat, Zeugnis, Diplom

Ausbildungsabschlüsse werden auf unterschiedlichste Art dokumentiert. Was der Abschluss wert ist, lässt sich aber oft aus dem verliehenen Dokument kaum oder gar nicht ableiten.

Ganz allgemein lässt sich aus einem Diplom oder Zeugnis nicht ableiten, dass es sich um eine gesetzlich (staatlich) anerkannte Ausbildung (bzw. Abschluss) handelt. Es ist "nur" ein Qualifikationsnachweis. Im Falle einer gesetzlichen Anerkennung (wie zB. Staplerschein oder Berufsreifeprüfung) ist die gesetzliche GrundIage am Zeugnis angegeben. Insbesondere bei der Verleihung eines Diploms wird oft eine staatliche Anerkennung hineininterpretiert, die nicht immer gegeben sein muss.

Zertifikat:

Das Wort "Zertifikat" wird im deutschsprachigen Raum meist ganz allgemein als Überbegriff für einen beliebigen Abschluss verwendet. Im eigentlichen (gesetzlich geregelten) Sinn ist ein Zertifikat ein Dokument, das von einer staatlich bewilligten Personenzertifizierungsstelle aufgrund einer Norm ausgestellt wird und das regelmäßig aufgefrischt werden muss. So ein "echtes" Zertifikat hat einen sehr hohen, praktisch gesetzlich anerkannten Stellenwert. Solche Zertifikate gibt es aber nur in ganz eingeschränkten Bereichen.

Von den Bildungseinrichtungen ausgestellte Zertifikate sind aber in den allermeisten Fällen keine "echten" Zertifikate, sondern gewöhnliche Zeugnisse der Bildungseinrichtung.

Zeugnis:

Der Begriff "Zeugnis" ist je nach Bildungseinrichtung unterschiedlich definiert. Meist ist die Ablegung einer Prüfung Voraussetzung, oft auch eine gewisse Mindestlehrgangsdauer. Gesetzlich verbindlich vorgeschrieben ist aber außer bei Schulen (und deren Sonderformen) auch hier nichts.

Diplom:

Selbst die Bezeichnung "Diplom" ist nur in ganz wenigen Fällen per Gesetz definiert. Dies führt dazu, dass die Bildungseinrichtungen in den meisten Fällen nach Belieben Diplome ausstellen können und nach eigenem Ermessen "Diplomierte ..." ausbilden können.

Tipps und Empfehlungen

Aus der Bezeichnung des Abschlusses lässt sich nur in wenigen Fällen auf die Wertigkeit des Abschlusses schließen. Schön klingende Diplome müssen nicht das halten, was sie versprechen, und der Wert ist nicht unbedingt nachhaltig für die Zukunft gesichert. Um möglichst sicherzustellen, dass der Abschluss auch in Zukunft gleich viel wert bleibt, kann man deshalb nur wenige Strategien verfolgen:

Gesetzlich anerkannte Ausbildungen wählen:

Klassiker wie schulische Ausbildungen (und deren Sonderformen, wie zB. Werkmeisterschulen), gesetzlich geregelte Fachakademien, Universitätslehrgänge oder Lehrgänge universitären Charakters o.ä. geben eine gewisse Sicherheit, dass der Abschluss länger seinen Wert behält. Da Inhalt und Dauer gesetzlich fixiert sind, können die Weiterbildungsinstitute diese Ausbildungen nicht beliebig abändern, was eine gewisse Stetigkeit gewährleistet.

Anerkanntes Bildungsinstitut wählen:

Wenn es um ganz aktuelle Inhalte (Beispiel Rechtsthemen oder spezielle Maschinensteuerungen), kürzere Seminare oder Ausbildungen ohne gesetzliche Regelung geht, kann man mit renommierten Anbietern wenig falsch machen. Obwohl die kleineren Anbieter oft genauso gute Trainer oder Seminarunterlagen haben, hat ein Zeugnis eines renommierten Anbieters oder auch eines sehr bekannten Trainers meist mehr Wert für den Teilnehmer. Beispiele: Mit einem Buchhalterkurs oder einem Technikkurs im WIFI, einer Altenpflegeausbildung im BFI oder einem Führungskräftetraining in Hernstein hat man Nachweise in der Hand, die jeder Personalabteilung auch noch nach Jahren bekannt sind.