Werkmeisterschule oder Meisterprüfung bzw. Befähigungsprüfung?

Lesen Sie hier Unterschied, Vorteile und Nachteile

Sowohl Werkmeisterschule als auch Meisterprüfung (in manchen Berufen auch "Befähigungsprüfung" genannt), bieten eine Vielzahl von Berechtigungen.

Die Werkmeisterschule ist eine zweijährige Abendschulausbildung, die von den größeren Bildungsinstituten (BFI, WIFI) angeboten wird. Bei kleineren Anbietern und Fernlehrinstituten sollten Sie sich unbedingt vergewissern, dass der Anbieter auch tatsächlich eine Schulkennzahl hat und den Lehrgang als Schule mit Öffentlichkeitsrecht führt (der Begriff "Werkmeisterschule" ist gesetzlich fixiert). Nur dann ist gewährleistet, dass der Abschluss auch gesetzlich anerkannt ist.

Die ("gewerbliche") Meisterprüfung ist eine Prüfung, die von der Wirtschaftskammer abgenommen wird. Die Bildungseinrichtungen bieten Vorbereitungskurse unterschiedlicher Art an, berufsbegleitend (Abend, Wochenende), aber auch oft kompakt als drei- oder viermonatige Tages-Vollzeitausbildung. Theoretisch ist der Prüfungsantritt auch ohne Kurs möglich, die Chancen zum positiven Ergebnis sind aber schlecht. Im Prinzip tritt praktisch niemand ohne Kurs zu diesen Prüfungen an.

Unterscheidung, Vorteile, Nachteile:

Lehrgangsdauer:
Hier müssen Sie überlegen, wie Ihre persönliche Berufsplanung aussieht. Die gewerbliche Meisterprüfung kann in reIativ kurzer Zeit absolviert werden, aus diesem Grund ist sie oft die erste Wahl für für Personen,
- die in Bildungskarenz gehen möchten,
- die sich schnell selbständig machen wollen,
- die arbeitssuchend sind und ihre Qualifikation verbessern möchten.

Inhaltliches:
Die Werkmeisterschule ist im Wesentlichen ein theoretischer Unterricht. Praxis oder Labor gibt es meist nur einige wenige Wochen. Die Ausbildung zur Meisterprüfung hat meist den Schwerpunkt etwas mehr im Praxisbereich (als Vorbereitung auf die selbständige Ausübung eines Handwerks).

Berechtigungen:
Beide Abschlüsse bieten alle wichtigen Berechtigungen: Selbständige Berufsausübung, Lehrlingsausbildung, usw. Als "Meisterbetrieb" darf sich aber nur bezeichnen, wer eine Meisterprüfung absolviert hat (also nicht Werkmeister).

Prüfungsantritt:
Während in der Werkmeisterschule in den 2 Schuljahren alle Gegenstände einzeln und über das Jahr verteilt geprüft werden, gibt es bei der gewerblichen Meisterprüfung eine "große" Prüfung, in der das Wissen abgefragt wird. Je nach persönlichem Lerntyp machen manche lieber viele kleine Prüfungen, andere wiederum ein große.

Kosten:
Hier kann nicht generell eine allgemein gültige Aussage für alle Berufe getroffen werden. Bei der Werkmeisterschule kommen manchmal noch Zusatzkurse dazu, bevor man selbst ein Gewerbe anmelden kann. Bei der Meisterprüfung kostet die Prüfung an sich dafür oft ganz schön viel. Erkundigen Sie sich also immer, welche Gesamtkosten auf Sie zukommen.

Werkmeisterschule oder Meisterprüfung/ Befähigungsprüfung:
Wenn Sie in einem Industriebetrieb arbeiten, bleibt Ihnen die Werkmeisterschule ohnehin meist nicht erspart, wenn Sie Ihren Arbeitsplatz sichern wollen und die Chance auf einen beruflichen Aufstieg wahren möchten. Durch die Schwerpunkte der Werkmeisterschule im theoretischen bzw. Organisationsbereich ist die Werkmeisterschule hier durchaus geeignet. Für alle Personen, die in der Praxis stehen, sich selbständig machen wollen oder die fachlichen Fähigkeiten vertiefen möchten, ist die Meisterprüfung immer noch eine sehr gut Wahl.

Tipp: Konkurrenz haben diese Abschlüsse seit ca. 10 Jahren durch die Fachakademie bekommen. Diese möchten die Vorteile aus beiden Abschlüssen vereinen. In einer Fachakademie erwerben Sie ebenfalls alle wichtigen Berechtigungen. Die Ausbildung dauert auch meist 2 Jahre (berufsbegleitend), geht aber in fachlicher Hinsicht tiefer als Werkmeisterschule oder Meisterprüfung, auch die Inhalte sind meist moderner und zeitgemäßer als in den konventionellen Ausbildungen. Schauen Sie sich deshalb auch diese Ausbildungen an (Infomaterial oder Informationsabend), vielleicht ist diese Ausbildung für Sie noch interessanter.